Bei der Suche nach hilfreichen Tipps zur Lederpflege, stößt man im Internet oftmals auf einige Fallen, die vermeintliche Tipps sind, aber in Wirklichkeit Ihr Ledersofa ruinieren. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen und welche Tipps echte Wirkung zeigen!

Ratschläge zur Lederpflege, die Ihnen viele Kopfschmerzen ersparen!

Die Erfindung des Internets hat der Welt sehr viele besondere und schöne Dinge beschert. Es bietet Menschen in unterdrückten Kulturen die Möglichkeit, sich gegenseitig anonym auszutauschen und ihr diktatorisches Regime zu stürzen, wie zum Beispiel im arabischen Frühling. Das Internet gilt als offener Platz zum Leben der Meinungsfreiheit.

Doch auch das so glorreiche World Wide Web hat seine dunklen Seiten. Eine davon ist das Streuen falscher Informationen, um so die Meinung von Massen zu manipulieren und ihr Denken und Handeln in ganz bestimmte Richtungen zu lenken. Doch auch im kleinen Rahmen kursieren Falschinformationen und Gerüchte, die Sie zwar nicht manipulieren, dafür aber sehr wohl ihr geliebtes Ledersofa ruinieren können. Rund um das Thema „Richtige Lederpflege“ finden sich im Internet die schrecklichsten Theorien und Behauptungen, die man besser nicht umsetzen sollte, es sei denn, man möchte sich von seinen Lederprodukten verabschieden. Welche falschen Tipps das sind und welche Tipps bei der Lederpflege wirklich helfen, zeigen wir Ihnen im weiteren Verlauf dieses Artikels. Sie werden staunen, was manche Leute für wahr halten!

So individuell wie Leder selbst: die richtige Pflege

Da Leder bekanntermaßen ein natürliches Produkt ist, sollte dessen Pflege genau überdacht werden. Jedes Naturprodukt ist grundsätzlich individuell. Kein Ei gleicht dem anderen in der Realität. So gleicht auch kein Leder dem anderen. Jedes Leder hat seine eigenen Bedürfnisse und Anforderungen, die es zu beachten gilt, wenn es zu der Reinigung kommt. Eine falsche Reinigung kann in Sekunden das ganze Leder kaputtmachen. Passen Sie daher genau auf, welche Tipps aus dem Internet Sie befolgen und welche nicht. Allgemein lässt sich sagen, dass das Internet nie individuelle Tipps geben kann. Es handelt sich immer um Ferndiagnosen.

Nicht allein die Art oder die Qualität bestimmt, wie es gereinigt werden sollte: Auch der Verwendungszweck des Lederprodukts spielt eine wichtige Rolle bei dem ganzen Thema. Ein robuster, wetterfester Lederschuh braucht selbstverständlich eine andere Behandlung, als die immer bei Zimmertemperatur im Trockenen stehende Ledercouch oder der oft für lange Fahrten beanspruchte Ledersitz im Auto eines viel fahrenden Handelsvertreters. Jedes Material hat seine eigenen Vor- und Nachteile bei der Reinigung, die sich auch aus der Art der Beanspruchung ergeben. Man sieht: Leder ist eben nicht gleich Leder!

Dieser Tipp mag Ihnen nicht wie einer vorkommen, dennoch empfehlen wir Ihnen das dringend zu machen: Gehen Sie für echte, wirksame und kompetente Tipps zur Reinigung Ihrer Ledercouch immer als erstes zum Möbelexperten in Ihrer Nähe. Der Möbelhändler kann Ihnen vor Ort extrem viel zu der richtigen Pflege Ihres spezifischen Sofamodells sagen.

Die richtige Behandlung von Leder – Tipps für Anfänger

Der heiße Tipp, der auf ALLE Lederarten anwendbar ist, ist ganz einfach: Eine weiche Bürste aus Naturhaar. Mithilfe dieser können Sie im Handumdrehen groben, trockenen Schmutz, wie zum Beispiel Krümel, Staub, Haare oder gewöhnlichen Dreck von allen möglichen Lederoberflächen entfernen. Dabei schaden Sie dem Leder keineswegs.

Für die allgemeine Feuchtreinigung können wir Ihnen den Einsatz eines Mikrofasertuchs wärmstens empfehlen. Feuchten Sie das Tuch ganz leicht an und wischen Sie sanft über die zu reinigende Lederoberfläche. Mit der Hilfe des Mikrofasertuch erwischen Sie nicht nur Staub, sondern auch leicht lösliche Flecken. Ein echter Allrounder für die allgemeine Lederpflege. Er eignet sich natürlich auch für empfindlichere Ledersorten, wie zum Beispiel das kostspielige Anilinleder.

Achtung: Reinigungsmitteln sollten Sie immer genau betrachten, bevor Sie sie verwenden. Prinzipiell sind Leder-Reinigungsmittel nämlich auch nur für ganz bestimmte Einsatzbereiche konzipiert. Wenn Sie das falsche Leder mit dem falschen Mittel reinigen, kann das Leder innerhalb weniger Sekunden zerstört sein. Wenn es um das richtige Reinigungsmittel geht, gilt auch hier: Fragen Sie erst einmal einen Experten.

Achtung: Diese Tipps zerstören Ihr Ledersofa!

Die folgenden Tipps zur Lederbehandlung sind nicht nur schlecht, sie sind absolut abstrus und widersprechen jeder gesunden Logik. Trotzdem verbreiten sie sich immer öfter im Internet und stellen eine gefährliche Falschinformation dar, mit der wir jetzt aufräumen wollen:

  • Ratschlag Nummer eins ist hier der Einsatz eines Gemischs aus warmem Wasser und einem kräftigen Schuss Milch. „Anhänger“ dieser Theorie behaupten, dass das Einreiben des Ledersofas mit diesem Trunk zu mehr Sauberkeit und Glanz führt und auch noch das Leder nachhaltig schont. Weit gefehlt! Die Realität zeigt, dass, wenn man diesen Tipp in die Tat umsetzt, sich durch die Milch nach geringer Zeit ein übler Geruch im Wohnzimmer breitmacht. Dieser entsteht durch die Wärme und Sonneneinstrahlung, auf die die Fettsäuren in der Milch reagieren. Parallel zum Geruch entstehen auch Flecken auf der Couch, die Sie nicht mehr loswerden. Dieser Tipp gehört also eindeutig in die Tonne getreten!
  • Ein weiterer „genialer“ Tipp ist, man solle eine Kartoffel und eine Zwiebel zur Hand nehmen, diese in der Mitte durchschneiden und mit den offenen Seiten ordentlich das Ledersofa bis in den kleinsten Winkel bereiben. Dies soll Flecken entfernen und gleichzeitig frischen Glanz bringen. Doch wie sehen die echten Ergebnisse dieser Methode aus? Nun, die fleckenlösende Wirkung der Zwiebel ist zwar wissenschaftlich bekannt, dennoch überwiegen hier die Nachteile der Behandlung eindeutig: Der Zwiebelgeruch zieht extrem schnell in das Sofa ein, weshalb Sie sich an einem permanent nach Zwiebel riechendem Wohnzimmer erfreuen dürfen. Des Weiteren hinterlässt die „Reinigung“ mit Kartoffel und Zwiebel Farbschatten auf der Ledercouch, die nicht nur nicht schön anzusehen, sondern auch nicht mehr wegzubekommen sind. Also: Lassen Sie auch hier die Finger von!
  • Ein weiterer köstlicher Tipp der Lederpflege mit Haushaltsmitteln, ist eine merkwürdige Kombination zweier Zutaten, die in dieser Mischung auch ein exotischer Nachtisch sein könnten: Eischnee mit Bananenschalen. Schenkt man der Theorie hinter dieser Methode Glauben, soll das Einreiben des Ledersofas mit diesem Brei zu – was sonst – mehr Glanz und Sauberkeit führen. Das Problem ist, wie bei den anderen bisherigen „Tipps“ auch, dass es nicht funktioniert. Das Endergebnis deckt sich mit den Endergebnissen der vorherigen Ratschläge: Das Sofa stinkt und es entstehen Flecken, die Sie Ihr Leben lang nicht wegbekommen werden. Der Eischnee attackiert nämlich die Lederoberfläche, was zu irreparablen Schäden führt. Am Ende bleibt Ihnen auch hier wenig anderes übrig, als das Sofa einfach wegzuschmeißen.
 
  • Der letzte kluge Ratschlag, den die Gerüchteküche des Internets bereithält, dreht sich ausnahmsweise nicht um etwas Essbares, sondern um Bodylotion. Der Gedankengang, der dahintersteckt ist zwar nachvollziehbar, aber nicht unbedingt in sich schlüssig. Er lautet wie folgt: „Wenn Bodylotion meine menschliche Haut pflegt, dann muss sie doch auch die Lederhaut meines Sofas pflegen können.“ Spätestens bei dem Gedanken an den Fettanteil von schmieriger Bodylotion und der Konsistenz von Lederoberflächen, wird jedem normalen Menschen klar, dass das kein gutes Ende nehmen kann. Und tatsächlich: Das Resultat des Einreibens der Ledercouch mit Bodylotion kommt in Form eines rutschigen, glitschigen Sofas daher, auf dem nicht mehr gesessen werden kann. Ein weiterer Nebeneffekt dieser Behandlungsmethode ist, dass, sobald die Bodylotion nach einiger Zeit einzieht, Fettflecken entstehen, wie man sie ganz bestimmt noch nie zu Gesicht bekommen hat. Also kurz und knapp zusammengefasst: Finger weg von diesem Tipp!

Starkes, gesundes Leder? Befolgen Sie diese 3 Ratschläge!

Ratschlag 1: Sie sind es bestimmt leid, das immer und immer wieder zu hören und wir wissen, dass das kein Mensch gerne tut: Das Handbuch bzw. die Anleitung lesen. Dennoch ist es der erste Schritt, den Sie tun sollten, bevor Sie auch nur daran denken Ihr Lederprodukt mit irgendwelchen Reinigungsmitteln zu berühren. Hilft das Handbuch nicht weiter, dann lassen Sie sich von einem Experten beraten. Das Internet sollte die letzte Option bleiben, falls wirklich alle Stricke reißen und Sie keinen anderen Ausweg sehen! Jeder Hersteller hinterlässt wichtige Hinweise im Handbuch, die Ihnen im Normallfall genau sagen, wie Sie Ihr Leder in welcher Situation reinigen müssen.

Der zweite Ratschlag dreht sich rund um die alltäglich anfallende Pflege Ihrer Lederprodukte. Einige allgemeine Tipps haben wir vorhin bereits aufgezählt, wie die weiche Naturhaarbürste oder das Mikrofasertuch. Eine dritte allgemein auf alle Ledersorten anwendbare Alternative stellt der Feder-Entstauber dar, mit dem Sie spielerisch leicht jedes bisschen an Staub von der Ledercouch kriegen. Die Verwendung eines Staubsaugers würden wir nicht empfehlen. Meistens ist die Saugkraft zu stark oder der Aufsatz zu hart, was für hässliche Risse im Leder sorgt. Bleiben Sie lieber bei den klassischen, „handbetriebenen“ Mitteln.

In unserem dritten Ratschlag, den wir Ihnen auf den Weg geben wollen, geht es um die korrekte Nassreinigung Ihrer Ledercouch. Diese ist nämlich nicht gerade ein Kinderspiel. Wir empfehlen Ihnen daher, ganz auf Nummer sicher zu gehen und als erstes ein Mikrofasertuch leicht zu befeuchten. Befeuchten Sie es aber nicht mit herkömmlichem Leitungswasser, da es oftmals einen zu hohen Kalkanteil hat. Dann reiben Sie vorsichtig an einer unauffälligen Stelle des Sofas. Wenn sich an dem Aussehen oder der Haptik des Sofas nichts ändert, können Sie im Prinzip weitermachen, bis das ganze Sofa sauber ist. Denken Sie aber immer daran, am Ende mit einem trockenen Tuch behutsam drüber zu wischen.

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